Keiner lebt für sich allein
Veröffentlicht: 13. April 2011 Einsortiert unter: Belletristik, Jugendbuch/ All-ages | Tags: Jay Asher, Konsequenzen, Leben, Mark Watson, Selbstmord, Suizid Schreibe einen Kommentar »„Hallo zusammen. Hier spricht Hannah Baker. Live und in Stereo. Keine Wiederkehr. Keine Zugabe. Und diesmal auch absolut keine Forderungen. Ich hoffe, ihr seid bereit, denn ich will euch die Geschichte meines Lebens erzählen. Genauer gesagt, warum mein Leben ein Ende fand. Und wenn ihr diese Kassetten hört, dann seid ihr einer der Gründe dafür.“ (Quelle: Asher, Jay: Tote Mädchen lügen nicht, cbt 2009.
Mit diesen Worten beginnen die Audioaufnahmen des jungen Mädchens, die sich ihr Leben nahm. Sie sind ein Vermächtnis und zugleich führen sie dem Leser aber auch die Konsequenzen eigenen Handelns vor Augen. Einzelne Ereignisse und vielleicht auch Zufälle führten in ihrem Zusammenwirken zu dem einen Endergebnis: Hannah Bakers Tod. „Tote Mädchen lügen nicht“ ist ihr Geschichte.
Fast 300 Seiten lang begleitet der Leser den jungen Clay, der ein Paket mit Hannahs Kassetten vor seiner Tür findet. Das Mädchen kennt er aus der Schule. Doch es verbindet ihn mehr mit ihr: Er war in sie verliebt. Voller Unglaube hört er ihre Worte. Er soll Schuld an ihrem Tod sein? Ein Grund für ihren Selbstmord? Er, der sie kaum kannte und sich doch mehr erwünscht hat? Aufgewühlt und von Erinnerungen übermannt kämpft sich Clay durch ihre Geschichte. Ängsterfüllt fiebert er dem Augenblick entgegen, an dem sich seine Rolle offenbaren wird.
Jay Ashers Roman ist ein Wechselspiel aus Hannahs Geschichte und Clays Emotionen. Gekonnt verflechten sich Vergangenheit, Erinnerung und Gegenwart. Parallel zu den Worten vom Band fokussiert die Autorin immer wieder Clays Reaktionen und Gefühle. Er kommentiert und bringt neue Informationen in die Geschichte ein. So erfährt der Leser nicht nur Hannahs Geschichte, sondern erlebt sie hautnah. Dieser Roman geht unter die Haut, auch wenn Clays Gefühlsbekundungen manchmal ein wenig oberflächlich erscheinen mögen.
Rundum bietet „Tote Mädchen lügen nicht“ spannende Unterhaltung mit Tiefgang. Jede Kassettenseite bildet nicht nur ein eigenes Kapitel, sondern befasst sich auch gezielt mit einer Person, die Anteil an Hannahs Tod hat. So ergibt sich schließlich ein gut durchdachtes Bild von einzelnen Verkettungen, die gesondert betrachtet teilweise unbedacht erscheinen mögen. Doch in ihrer Konzentration, in ihrem Wechselspiel Konsquenzen fordern. Denn egal was du tust, bedenke, dass deine Entscheidungen und Handlungen sich auch auf das Leben deiner Mitmenschen auswirken!
Eben mit dieser Idee befasst sich auch Mark Watson in seinem Roman „Elf Leben„. Einzelne Ereignisse verflechten sich zu einer Kette aus Konsequenzen, deren Ende nicht absehbar ist. Unbedachtes Handeln oder gar Nichthandeln wird in seinen Ausiwkrungen offengelegt, führt dem Leser vor Augen, dass er nicht für sich allein leben kann. Den Rest des Beitrags lesen »
Allie Condie: Die Auswahl
Veröffentlicht: 1. April 2011 Einsortiert unter: Jugendbuch/ All-ages Schreibe einen Kommentar »Ich muss zugeben, ich bin ein großer Fan von Buchtrailern. Und dank litaffin habe ich heute wieder einen ganz tollen Trailer entdeckt: “ Die Auswahl“ von Allie Condie.
Ein Leben ohne Liebe?!
Veröffentlicht: 27. März 2011 Einsortiert unter: Belletristik | Tags: Die verborgene Sprache der Blumen, Heimkind, Liebe, Pflegefamilie, Pflegekinder, Vanessa Diffenbaugh Schreibe einen Kommentar »
Victorias Leben hat es nicht gut mir ihr gemeint. Ohne Eltern wächst das junge Mädchen bei Pflegefamilien auf, in einer lieblosen Umgebung ohne Nähe und Zuneigung. Sie hat gelernt Menschen auf Abstand zu halten. Nur den Blumen öffnet sie sich und nutzt deren verborgene Sprache um sich mitzuteilen. An ihrem 18. Geburtstag muss Victoria das Heim verlassen, in dem sie die letzten Jahre verbracht hat. Vor ihr liegt ein Leben ohne Hoffnung und Plan für die Zukunft. Ohne Job, Wohnung und einen Menschen, der sich um sie kümmert, landet sie bald auf der Straße. In ihrer Verzweiflung trifft sie auf ein Blumengeschäft, indem sie eine Anstellung findet. Doch wird sich ihr Leben nun zum guten wenden, oder holt sie ihre traurige Vergangeheit erneut ein?
„Die verborgene Sprache der Blumen“ von Vanessa Diffenbaugh ist ein Roman über Liebe, Einsamkeit und das Leben. Schonungslos und ehrlich erzählt die Autorin die Geschichte der jungen Victoria. Diffenbaughs Erfahrungen mit Pflegekindern machen diesen Roman zu einem ergreifenden Einblick in eine Welt, in der es an Freude, Liebe und Vertrauen mangelt. Victorias Geschichte lässt den Leser schon nach wenigen Seiten nicht mehr los, geht unter die Haut und fordert zum Nachdenken auf. Dabei geht die Autorin mit einer unglaublichen Offenheit mit diesen Themen um, berührt und reisst mit.
Der Roman erzählt in Rückblenden Victorias Geschichte und lässt den Leser an ihren Erfahrungen und Emotionen teilhaben. Schrittweise lüftet sich das Geheimnis um ihre Vergangenheit. Parallel eröffnen sich aber auch Einblicke in ihr Leben nach dem Heim und die Veränderungen, die ihr neues Leben mit sich bringt. So gewinnt der Charakter der jungen Frau an Glaubwürdigkeit und Tiefe. Gemeinsam durchlebt der Leser mit Victoria Verzweiflung, Einsamkeit und auch Hoffnung. Ein packende Geschichte, Spannung bis zu letzten Seite!
Mit „Der verborgene Sprache der Blumen“ ist Vanessa Diffenbaugh ein tiefgründiger Roman gelungen, den man nicht verpassen sollte. Selten hat ein Buch mich so berührt!
Die Aufstellung von Blumen und deren Bedeutung im Anhang verführen nach dem Lesen immer wieder zum nachschlagen. Denn das ist klar: Haben Sie dieses Buch einmal in der Hand gehabt, lässt Sie die geheime Sprache der Blumen sicher nicht mehr los!
Eine Zeitreise mit Cassandra Clares Schattenjägern: Clockwork Angel
Veröffentlicht: 20. Januar 2011 Einsortiert unter: Jugendbuch/ All-ages | Tags: Cassandra Clare, Chroniken der Schattenwelt, Chroniken der Unterwelt, Clockwork Angel, Fantasy Schreibe einen Kommentar »Nicht einmal 2 Jahre ist es nun her, da erschien der dritte Teil der „Mortal Instruments“ (dt. „Chroniken der Unterwelt“) Reihe „City of Glass“ von Cassandra Clare. Mit diesem dritten und vorerst letzten Band lieferte die Autorin den besten Roman der Serie und ein absolutes Highlight der Fantasy All-Ages Literatur ab. Doch die Trauer der letzten Seite währte nicht lange, sondern wurde durch die Vorfreude auf ihre Neue Reihe „The Infernal Devices“ (dt. „Die Chroniken der Schattenjäger“) vertrieben. Der erste Band „Clockwork Angel“ erscheint nun auch endlich Anfang Februar auf deutsch und im Frühjahr können sich Fans bereits auf den vierten Teil der „Mortal Intruments“ freuen. Beide Romane gehören sicherlich zu den Highlights des Jahres.
„Clockwork Angel“ ist die Geschichte von Tessa Gray, die diesmal zeitlich im viktorianischen England angesiedelt ist. Die junge Tessa verlässt ihre amerikanische Heimat nach dem Tot ihrer Tante um mit ihrem Bruder in London ein neues Leben anzufangen. Doch ihre Hoffnungen und Träume zerplatzen schnell, als sie von zwei geheimnisvollen Damen entführt und gefangen genommen wird. Sie entfesseln eine mysteriöse Gabe in dem jungen Mädchen. Doch bevor die Schwestern ihren Plan vollenden können, wird sie von zwei jungen Männern befreit, die sich als Nephlim, Schattenjäger entpuppen. Mit ihnen entdeckt Tessa eine vollkommen neue, fremde aber auch beängstigende Welt. Noch ist die Gefaht nicht gebannt, dunkle Mächte sind auf Tessas Spur. Kann sie entkommen und das Geheimnis lüften?
Cassandra Clare liefert mich „Clockwork Angel“ keinen simplen Abklatsch der „Chroniken der Unterwelt“. Den Rest des Beitrags lesen »
Wieviel Realität braucht die Fantasy?
Veröffentlicht: 18. Januar 2011 Einsortiert unter: Dies & Das | Tags: Markennennung in Literatur, Pop-Literatur, Realität und Fantasie?, Werbung Schreibe einen Kommentar »Ist euch das auch schon einmal passiert: Ihr freut euch auf ein tolles neues Buch, fangt begeistert an zu lesen, doch schon nach ein paar Seiten seid ihr einfach nur genervt? Und der Grund dafür? Markennamen! Nicht irgendwelche fiktiven Firmen, sondern Marken, die uns fast täglich im realen Leben begegenen. Treffe ich auf eben diese in einem Roman, drängt sich mir immer wieder die Frage auf: Was soll das und muss das sein? Kann der Autor hier nicht einfach auf einen fiktiven Konzern verweisen? Oder soll dadurch vielleicht der Realitätsbezug stärker werden? Bei mir löst es jedenfalls nur eins aus, es vermiest mir mein Leseerlebnis.
Dabei spielt natürlich auch mein persönlicher Geschmack eine Rolle, ob ich eine Marke mag oder eher nicht. Doch könnte ich in beiden Fällen gerne darauf verzichten. Besonders in der Fantasy-Literatur kann ich mich damit so gar nicht anfreunden. Muss gleich am Anfang von Alyson Noels „Evermore“ die Ich-Erzählerin ihren iPod aus der Tasche holen? Hätte es da nicht auch ein einfacher Mp3 Player getan? Ist die Marke relevant für die Geschichte? Ganz klar: Nein! Also absolut überflüssig meiner Meinung nach. Erst recht, da es sich hier um ein Mädchen handelt, die Gedanken hören und Auren sehen kann. Auch in Lukianenkos „Labyrinth der Spiegel“ hat mir ein weiterer großer Computerhersteller die Geschichte auf den ersten 100 Seiten grandios vermiest. Warum muss der Autor immer wieder aufs Neue betonen, dass der Ich-Erähler einen Microsoft Computer verwendet? Was bringt das für die Geschichte? Ich hätte sehr gut darauf verzichten können! Auch der kleine Witz über den ewigen Streit zwischen Microsoft- und Apple-Usern konnte mir diesen Wehmutstropfen nicht nehmen.
Im Gegensatz zu Bret Easton Ellis oder Christian Krachts Romanen, die ganz klar Marken nutzen um eine Botschaft zu transportieren, suche ich leider bei vielen anderem Autoren vergeblich nach einem Grund. Was zur Pop-Literatur gehören mag, hat für mich vor allem in Fantasy-Romanen nichts zu suchen. Es sagt nichts über die Figuren aus und dient meist auch nicht der Kritik an unserer Gesellschaft. Manchmal glaube ich fast mich im Werbeblock des Abendprogramms wiederzufinden. Vielleicht liegt ja auch gerdae darin mein Problem. Ich werde im Fernsehen, auf der Straße und im Internet schon so mit Werbung überhäuft, dass ich wenigstens in einem fiktiven Roman nicht, oder nur in Ausnahmefällen darauf stoßen möchte. Denn ist es nicht gerade das schöne an diesen Romanen, dass sie fiktiv sind und nicht unsere reales Leben bis ins Detail wiederspiegeln müssen?
Lisa, der neue Glavinic Roman
Veröffentlicht: 17. Januar 2011 Einsortiert unter: Belletristik, Lieblingsbücher | Tags: Österreichischer Autor, Das Leben der Wünsche, Die Arbeit der Nacht, Lisa, Neuerscheinung, Thomas Glavinic Schreibe einen Kommentar »Ich freu mich ja schon so! Am 07.02.2011 erscheint endlich ein neuer Roman von Thomas Glavinic. Nachdem ich „Die Arbeit der Nacht“ gelesen hatte, haben bereits weitere Romane des Autors ihren Weg in mein Regal gefunden. Seit im August 2009 „Das Leben der Wünsche“ erschien, warte ich sehnsüchtig auf neuen Lesestoff des Autors. Und nun ist es bald soweit. „Lisa“ heißt das neue Buch aus der Feder des österreichischen Schriftstellers und erscheint in wenigen Wochen.
Lisa, eine Schwerkriminelle, begeht auf der ganzen Welt rätselhafte Verbrechen. Die Zeichen mehren sich, dass ein Mann ihr nächstes Opfer wird: Sie ist bereits in seine Wohnung eingebrochen. Doch sie bleibt unsichtbar, außer ihrer DNA gibt es keine einzige Spur. Verschanzt in einem verlassenen Landhaus, mit reichlich Whiskey und Koks, spricht der Mann jeden Abend per Internet-Radio zu einem virtuellen Publikum. Komisch bis zum bitteren Ende erzählt Thomas Glavinic aus Österreich vom unsichtbaren Grauen der virtuellen Welt. “Lisa” ist ein Meisterwerk zwischen Humor und Horror, ein Psychogramm des Grauens. Denn Lisa ist überall. (Quelle: www.thomas-glavinic.de)
Der Kampf gegen das Vergessen
Veröffentlicht: 12. November 2010 Einsortiert unter: Fantasy | Tags: Nora Melling, Schattenblüte, Tod, Trauer, Werwolf Schreibe einen Kommentar »
Luisas Bruder ist tot. Seitdem hat sich das Leben des jungen Mädchens verändert. Ihre Eltern flüchten aus ihrem Zuhause vor der Trauer nach Berlin. Doch so einfach kann Luisa den Schmerz nicht vergessen. Er nagt täglich an ihr, bis sie beschließt auch ihrem Leben ein Ende zu setzen. In letzter Sekunde hält sie ein Fremder von ihrem Sprung ab. Thursen, ist nicht wie alle anderen, es sieht nicht nur sonderbar aus, sondern ihn umgibt auch ein Geheimnis: Er ist ein Werwolf. Nichtsahnend verliebt sich Luisa in den mysteriösen Jungen und muss doch schon bald lernen, dass er ihr droht zu entgleiten. Nicht mehr lange, dann wird Thursen ganz zum Wolf werden. Kann Luisa ihre Liebe retten?
Zunächst scheint Schattenblüte von Nora Melling ein Werwolfroman wie jeder andere zu sein. Ein Mädchen verliebt sich in einem Wolf und ist hin und hergerissen zwischen ihren Gefühlen, als sie davon erfährt. Es ist Thursens böse Seite, der Wolf, der ihr Angst macht, mit seinem Jagdtrieb und der Unbeherrschtheit. Eine Probe, die die junge Liebe überwinden muss. Doch der Roman hat mehr zu bieten. Er ist auch eine Geschichte über Trauer und Tod, den Verlust eines geliebten Menschen. Luisa und ihre Eltern suchen sich ihre eigenen Auswege, zwischen Verzweiflung und Flucht, jeder für sich allein. Die Familie droht an dem Verlust zu zerbrechen. Halt findet Luisa bei Thursen, der allerdings auch vor seinen eigenen Problemen davonläuft, unfähig sich ihnen zu stellen. Und mit jeder Verwandlung droht er mehr von seiner Vergangenheit zu vergessen, alles was sein Menschsein ausmacht. Den Rest des Beitrags lesen »
Die schönste Liebesgeschichte des Jahres
Veröffentlicht: 11. November 2010 Einsortiert unter: Jugendbuch/ All-ages | Tags: Liebesgeschichte, Maggie Stiefvater, Nach dem Sommer, Shiver Schreibe einen Kommentar »
Grace liebt den Winter, denn das ist die Jahreszeit, wenn sie ihren Wolf wiedersieht. Seit dem Tag vor vielen Jahren an dem das Tier mit den gelben Augen ihr das Leben gerettet hat, kann sie ihn nicht mehr vergessen. Wartend steht sie am Küchenfenster und kann ihm doch nicht nah sein. Sam, ihr Wolf hat ein Geheimnis, von dem sie nichts ahnt. Jedes Jahr im Sommer, wenn sie ihn so sehr vermisst, ist er ein Mensch. Als ein Teenager von dem Wolfsrudel getötet wird machen die Menschen Jagd auf sie. Sam wird angeschossen. Grace findet und rettet ihn, nicht den Wolf sondern den Mensch. Eine wundervolle Liebesgeschichte entspinnt sich zwischen den beiden, doch ihre Zeit ist begrenzt. Sam droht für immer ein Wolf zu werden. Kann Grace ihn retten und gibt es für ihre Liebe eine Chance?
„Nach dem Sommer“ (engl. Shiver) von Maggie Stiefvater ist die schönste und einfühlsamste Liebesgeschichte das Jahres. Den Rest des Beitrags lesen »
Was macht uns eigentlich zum Mensch?
Veröffentlicht: 5. November 2010 Einsortiert unter: Jugendbuch/ All-ages | Tags: Crashed, Robin Wasserman, Sci-Fi, Skinned Schreibe einen Kommentar »
Lia Kahn hat es gut getroffen, sie ist reich, sieht gut aus und ist beliebt. Doch dann ändert sich plötzlich alles, als sie bei einem Autounfall stirbt. Unfähig ihre Augen zu öffnen und völlig orientierungslos erwachen ihre Sinne wieder zum Leben. Ihre Erinnerungen haben überlebt, doch ihr menschlicher Körper ist gestorben. Nach dem Unfall ist es gelungen die Informationen ihres Gehirns in einen neuen künstlichen Körper zu übertragen, der ihrem alten nicht annähernd ähnelt. Sie muss neu lernen sich zu bewegen und auch zu sprechen, der Maschine den Anschein von Leben einzuhauchen. Lia Kahn erwacht in einer neuen Welt, die ihr so bekennt erscheint. Doch viel hat sich verändert. Lia ist nun ein Mech, kein Mensch sondern eine Maschine, ein bedeutender Unterschied, wie sie schnell feststellen muss.
Alles hat sich mit ihrem Unfall verändert. Lias altes Leben ist an diesem Tag mit ihrem meschlichen Körper gestorben. Ihre Freunde meiden sie, ihr Freund hat Angst vor ihr und auch ihre Familie hat Schwierigkeiten die alte Lia hinter der mechanischen Fassade zu entdecken. Von den Menschen zurückgewiesen findet Lia bei anderen Mechs Zuflucht. Sie zelebrieren ihre Andersartigkeit und verköpern all das, was Lia an ihrem neuen Ich noch ablehnt. Sie muss sich entscheiden zwischen dem Kampf um ihr altes Leben oder dem Versuch ein neues zu Beginnen. Hin und hergerissen zwischen den Welten versucht Lia zu erkennen, wer oder was sie ist.
Was macht uns eigentlich als Menschen aus? Sind es die Erinnerungen und Erfahrungen, die uns prägen? Oder auch unsere Sterblichkeit und unser biologischer Körper? Robin Wasserman widmet sich in ihrem Jugendroman der Frage nach der Seele des Menschen. Und es gelingt ihr auf unglaubliche Weise mit diesem Thema umzugehen. Einfühlsam, aber auch kritisch tastet sich die Autorin an die Aufgabe heran. In Lia Kahn hat sie einen wundervollen, vielschichtigen und faszinierenden Charakter geschaffen, mit Ecken und Kanten, die ihn nicht immer liebenswürdig erscheinen lassen. Gemeinsam mit dem jungen Mädchen kann der Leser ihr neues Leben entdecken, mit allen Fragen, Problemen und auch Hoffnungen.
„Skinned“ ist ein Jugendroman, der sich deutlich von den momentan angesagten Fantasybüchern unterscheidet. Doch wer den Vampiren, Hexen und Engeln mal eine Pause gönnt, wird mit einer unglaublich spannenden und abwechslungereichen Geschichte belohnt, die man kaum aus den Händen legen kann. Im September ist bereits der zweite Teil der Serie von Robin Wasserman auf deutsch erschienen. Also allerhöchste Zeit die Welt der Lia Kahn zu entdecken und gemeinsam mit mir gespannt auf den dritten Teil zu warten!
Berlin: Eine pulsierende Großstadt, oder eine fremde neue Welt?
Veröffentlicht: 24. Oktober 2010 Einsortiert unter: Belletristik | Tags: Nora Melling, Romantasy, Schattenblüte Schreibe einen Kommentar »Diese Woche gibt es bei vorablesen eine Leseprobe des Romans „Schattenblüte“ von Nora Melling.
Luisa ist gerade einmal 16 Jahre alt, als sich ihr Leben schlagartig ändert. Ihr Bruder erkrankt an Krebs und stirbt wenige Monate darauf. Von ihrer Trauer überwältigt fliehen ihr Eltern aus Hamburg vor den Erinnerungen an ihren Sohn. Luisa hat keine andere Wahl, als ihnen nach Berlin zu folgen. Eine Stadt, laut und grell, in der sie sich nicht wohlfühlt. Immer wieder flieht sie in den Wald und sucht dort nach einem Weg ihrer Trauer zu entkommen. An ihrem 17. Geburtstag hat sie schließlich jede Hoffnung verloren und möchte ihrem Leben ein Ende bereiten. Doch in letzter Sekunde taucht plötzlich ein geheimnisvoller Junge auf, Thursen. Er verhindert nicht nur ihren Sprung, er nimmt ihr auch das Versprechen ab, es nicht wieder zu versuchen. So plötzlich er in ihrem Leben auftauchte verschwindet er auch wieder. Doch vergessen kann ihn Luisa nicht. Wer ist dieser Junge? Und wieso mischte er sich in ihr Leben ein? Getrieben von ihrer Neugierde und seiner Fremdartigkeit macht sich das Mädchen auf die Suche. Doch es ist nicht Thursen, den sie abends im Wald findet, sondern furchteinflößende Wesen mit scharfen Zähnen, die ihr auflauern. Kann Luisa ihnen entkommen und Thursens Geheimnis lüften?
Nora Melling entspinnt in ihrem Roman „Schattenblüte“ eine fremde und faszinierende verborgene Welt, ganz nah an unserer Realität. Das pulsierende Berlin wird zum Schauplatz ihrer Geschichte um ein Mädchen, die von ihrer Trauer überwältigt einen Ausweg zu finden versucht. Kann Thursen ihr dabei helfen?
Bereits auf den ersten Seiten gelingt es der Autorin eine unglaubliche Spannung zu erzeugen und den Leser zu fesseln. Aufhören zu lesen, nein, das möchte man sicher nicht. Luisa, das Mädchen mit dem herzergreifenden Schicksal, möchte man noch viele weitere Seiten begleiten. Nora Mellings Roman hat all das, was eine spannende romantisch-phantastische Geschichte benötigt: ein geheimnisvoller Fremder, eine symphatische Ich-Erzählerin und eine Sprache, die den Leser auf eine gefühlvolle Reise einlädt. Was will man mehr für einen gemütlichen Leseabend? Ich bin gespannt wie die Geschichte weitergeht!


